Lernortkooperation
Wir pflegen nach innen und aussen eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Lernortkooperation
Die Bedeutung der Lernortkooperation wird explizit im Berufsbildungsgesetz festgehalten. Daraus wird deutlich, dass das Zusammenwirken der verschiedenen Lernorte den Lernenden erst ermöglicht, die angestrebte Kompetenzentwicklung zu erreichen. Auch im Rahmen des nationalen Projekts «Berufsbildung 2030» sowie in den Reformen in der beruflichen Grundbildung «Verkauf 2022+» und «Kaufleute 2023» wird der Lernortkooperation vermehrte Bedeutung zugemessen.
Im Sinne des Lebenslangen Lernens versteht das KBZ die Lernortkooperation nicht nur im Bereich der beruflichen Grundbildung, sondern insbesondere auch in der beruflichen Weiterbildung bzw. der Höheren Berufsbildung. Mit diesem Systemdenken soll sichergestellt werden, dass die gemeinsame Verantwortung für den Lerninhalte und die Betreuung der Lernenden nahtlos nach Abschluss der Sekundarstufe II fortgeführt werden kann.
Die Ziele der Lernortkooperation am KBZ orientieren sich an den nationalen und kantonalen Vorgaben. Konkret verfolgen die verschiedenen Lernorte im Rahmen der Lernortkooperation gemeinsam die folgenden Ziele:
- Die Lerninhalte sind an den verschiedenen Lernorten aufeinander abgestimmt.
- Im Rahmen der nationalen Vorgaben nehmen die verschiedenen Lernorte in Aus- und Weiterbildung auf die Zuger Spezifika Rücksicht.
- Die Berufsbildungspartner sind gegenseitig gut informiert und sprechen sich miteinander ab.
- Die Berufsbildungspartner ermöglichen sich gegenseitige Besuche an den jeweiligen Lernorten.
- Die Qualität der Berufsbildung wird gesichert und weiterentwickelt.
- Der Austausch und die Weiterbildung der Berufsbildungspartner finden koordiniert statt.
- Die Berufsbildungspartner setzen sich gemeinsam für eine starke Berufsbildung im Kanton Zug ein.
Die Lernortkooperation hat sich anhängig nach Berufsfeld in den letzten Jahren entwickelt. Insbesondere in den Berufsfeldern des Detailhandels und der Kaufleute ist, unter anderem aufgrund der zahlreichen Branchen innerhalb des Berufsfeldes, ein traditionelles Verständnis vorherrschend. Dabei agiert die Lernortkooperation mehrheitlich unabhängig voneinander. Situativ findet ein Austausch zwecks gegenseitiger Information statt.
Die Lernortkooperation am KBZ soll nun in den kommenden Jahren schrittweise die Transformation zu einem modernen Verständnis durchlaufen. Bei einem solchen stehen die Lernenden im Zentrum und die Lernorte arbeiten in verschiedensten Bereichen zusammen und stimmen ihre Aktivitäten nach Bedarf aufeinander ab. Zusätzlich werden nebst physischen Lernorten vermehrt auch digitale Lernorte ermöglicht.

Eigene Darstellung in Anlehnung an Seufert (2020) Lernortkooperation Zwischenbericht Meilenstein 1 – Hinweis: Der Lernort überbetriebliche Kurse gibt es lediglich in der beruflichen Grundbildung.
Struktur der Lernortkooperation
Die Lernortkooperation in der KBZ Grund- und Weiterbildung findet in verschiedenen Gremien unter Einbezug der relevanten Akteure statt. Dazu werden nachstehend die Partner sowie die sechs Gremien der Lernortkooperation definiert.
Die Lernortkooperation am KBZ setzt sich aus folgenden Partnern zusammen:
- Ausbildungsbetriebe der beruflichen Grundbildung aus den Bereichen Detailhandel, Kaufleute und Mediamatik
- Durchführungsorganisationen von überbetrieblichen Kursen in der beruflichen Grundbildung aus den Bereichen Detailhandel, Kaufleute und Mediamatik
- Wirtschaftspartner der beruflichen Weiterbildung aus den Bereichen Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik
- Amt für Berufsbildung Zug
- Kaufmännisches Bildungszentrum Zug
Konkrete Lernortkooperation bezüglich Austauschs zu Lerninhalten zwischen Berufsbildungspartnern findet auf der Stufe der jeweiligen Ausbildungen in der Grundbildung statt. Die Weiterbildung nutzt dazu die Gefässe der Kommission der Höheren Fachschule für Wirtschaft und ein Kooperationsgefäss mit Wirtschaftspartnern. In sämtlichen Gremien nehmen Vertreter/-innen von Betrieben sowie vom Amt für Berufsbildung und vom KBZ Einsitz. Zusätzlich verfügen die Gremien der Grundbildung über Vertreter/-innen aus den überbetrieblichen Kursen. Die unterschiedlichen Lernortkooperationsgruppen treffen sich zwischen ein- bis viermal pro Jahr.
Zweimal jährlich treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der operativen Gremien mit jenen des Amts für Berufsbildung sowie der KBZ-Schulleitung. In diesem berufs- und stufenübergreifenden Gremium wird einerseits die strategische Weiterentwicklung der Lernortkooperation geplant. Andererseits steht einmal jährlich die Qualitätssicherung der Lernortkooperation im Fokus.
Die Lernortkooperation der beruflichen Grundbildung am KBZ erstreckt sich über drei Fachkommissionen, welche sich an den jeweiligen Berufsfeldern orientieren. Die Fachkommissionen richten ihre Arbeit an den aufgeführten Zielen aus und übernehmen die strategische Ausrichtung der übergeordneten KBZ Lernortkooperation. Als Qualitätssicherungsgruppe überprüft das Gremium regelmässig die Lern- und Bildungsprozesse an den drei Lernorten anhand der folgenden und weiteren Kriterien:
- Möglichkeiten der Einbindung der Theorie in der Praxis
- Möglichkeiten der Einbindung der Praxis im Unterricht
- Abgleichung von Unterrichts- und Lehrbetriebsmaterial
- Individuelle Förderung an den drei Lernorten
- Möglichkeiten eines erfolgreichen Handelns bei Disziplinarfällen
Fachkommission Detailhandel
Die Lernortkooperation im Detailhandel setzt sich insgesamt aus fünf bis acht Mitglieder zusammen, welche sämtliche Lernorte vertreten. Dabei werden sowohl die Ausbildungsbetriebe als auch die regionalen Branchenorganisationen (üK) berücksichtigt. Der Lernort Berufsfachschule ist durch eine Teamleitung sowie eine Lehrperson vertreten. Ebenso bringen sich nach Bedarf ein/eine Vertreter/-in des Amts für Berufsbildung und ein Schulleitungsmitglied des KBZ in die Gruppe ein. Das Gremium trifft sich in der Regel zweimal pro Schuljahr.
Fachkommission Kaufleute
Die Lernortkooperation bei den Kaufleuten setzt sich insgesamt aus sieben bis zehn Mitglieder zusammen, welche sämtliche Lernorte vertreten. Dabei werden sowohl die Ausbildungsbetriebe als auch die regionalen Branchenorganisationen (üK) berücksichtigt. Der Lernort Berufsfachschule ist durch eine Teamleitung sowie ein bis zwei Lehrperson vertreten. Ebenso bringen sich nach Bedarf ein/eine Vertreter/-in des Amts für Berufsbildung und ein Schulleitungsmitglied des KBZ in die Gruppe ein. Das Gremium trifft sich in der Regel zweimal pro Schuljahr.
Fachkommission Mediamatik
Die Lernortkooperation in der Mediamatik setzt sich insgesamt aus fünf bis acht Mitglieder zusammen, welche sämtliche Lernorte vertreten. Dabei werden sowohl die Ausbildungsbetriebe als auch die regionalen Branchenorganisationen (üK) berücksichtigt. Der Lernort Berufsfachschule ist durch eine Teamleitung sowie eine Lehrperson vertreten. Ebenso bringen sich nach Bedarf ein/eine Vertreter/-in des Amts für Berufsbildung und ein Schulleitungsmitglied des KBZ in die Gruppe ein. Das Gremium trifft sich in der Regel zweimal pro Schuljahr.
Administration und Sitzungsort
Das KBZ übernimmt auf Wunsch der jeweiligen Fachkommission die Aufgaben bezüglich Einladung und Protokoll. Idealerweise wird im Sinne der Lernortkooperation der Sitzungsort regelmässig und unter den Bildungspartnern gewechselt. Die Zusammensetzung der Gremien erfolgt selbst organisiert unter Mithilfe der verschiedenen Akteure.

Eigene Darstellung
Entwicklung der Lernortkooperation
Die Weiterentwicklung der Lernortkooperation auf der «System-Ebene» und der «Meso-Ebene» erfolgt national oder regional durch die Wirtschaft- und die Bildungspartner. Sie legen gemeinsam die Rahmenbedingungen bspw. durch die Lehrplanentwicklung und die Organisationsmodelle fest. Die KBZ Lernortkooperation verfolgt eine revolutionäre Entwicklung auf der «Mikro-Ebene». Dies ist die lokale Ebene, auf welcher die Akteure der verschiedenen Lernorte die Kooperation vollziehen und weiterentwickeln.
Die Entwicklung von einem traditionellen zu einem modernen Verständnis der Lernortkooperation erfolgt gemeinsam durch die verschiedenen Partner der KBZ Lernortkooperation. Dazu lehnen sich die Akteure am Modell der lernortintegrierten Kompetenzentwicklung nach Seufert et. al. (2021) an.
Die derzeitige Lernortkooperation am KBZ findet hauptsächlich auf der Stufe 1 «Koordination» statt und zeigt sich zum Beispiel durch die Information der Ausbildungsbetriebe bei schulischen Schwierigkeiten der Lernenden oder dem regelmässigen Austausch zwischen Vertreter/-innen der Ausbildungsbetriebe und Schulleitung.
Die Akteure der Lernortkooperation haben im Frühjahr 2023 beschlossen, dass die Zusammenarbeit der Berufsbildungspartner in den kommenden Jahren schrittweise und aufgrund gemeinsamer Abstimmung erweitert werden soll. Dabei wird mittelfristig die Stufe 3 «Ko-Konstruktion» angestrebt. Dazu legt das «Strategische Gremium der KBZ Lernortkooperation» jeweils für das nächste Schuljahr die Kooperationsziele fest und überprüft im Anschluss daran die Zielerreichung. Dies ist wiederum der Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung.
Die jeweiligen Gremien in Grund- und Weiterbildung nehmen die Qualitätssicherung für die zugewiesenen Aus- und Weiterbildungen vor. Für die übergreifende Weiterentwicklung der Lernortkooperation ist das strategische Gremium verantwortlich. Die Weiterentwicklung der Lernortkooperation nimmt auf die vorherrschenden Gegebenheiten und auf die Situation sämtlicher Partner Rücksicht.

Seufert (2021) Lernortkooperation Good Practice Studie Meilenstein 2
Mitglieder
- Sandro Stillavato (Migros Luzern)
- Manuela Nussbaumer (Bäckerei Nussbaumer)
- Slobodan Selkic (KBZ)
- Reto Eicher (KBZ)
- Gabriela Santabaya (KBZ)
- Karin Schmidt (Amt für Berufsbildung)
- Andrea Iten (BildXZug)
- Mariann Hegglin (Roche)
- Monica Pfändler (Starmoto)
- Larissa Reiterhauser (KBZ)
- Stefanie Wüest (KBZ)
- Sarina Schnüriger (KBZ)
- Susanne Flückiger (IGKG Zug Uri)
- Karin Schmidt (Amt für Berufsbildung)
- Milena Caruso (TD Synnex)
- Katrin Meier Leu (KBZ)
- Samuel Eichhorn (Zuger KB)
- Claudia Pierami (Kanton Zug)
- Lukas Pfaff (Johnson&Johnson)
- Rémy Niederer (KBZ)
- Sandro Riechsteiner (Amt für Berufsbildung)
- Tiffani Pfister (JnJ)
- Marco Wolf (Bildix)
- Roman Michel (KBZ)
- Jelena Zihlmann (Roche)
- Suzi Marques (Bechtle)
- Irène Schnellmann
- Miguel Schweiger
- Dorine van Gessel
- Reto Zemp
- Andreas Zimmermann
- Constantino Amoros
- Josef Marbacher
- Erich Rosenberg
- Janine Flüeler
- Sybille Infanger
- Christian Bucher
- Florian Döbeli
- Thomas Schärli
- Reto Wegmüller
- Alex Enzmann